Bewegung bei Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Jährlich erkranken etwa 72 000 Frauen neu an Brustkrebs. Nach Angaben der Deutsch Krebshilfe können Frauen, die sich immer viel und regelmäßig bewegt haben oder nach ihren Wechseljahren regelmäßig Sport treiben, ihr Brustkrebsrisiko um etwa 20 bis 30 Prozent senken. Eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrum von September 2018 zeigt darüber hinaus, wie deutlich das Krebsrisiko durch Übergewicht, geringe körperliche Aktivität und ungesunde Ernährung beeinflusst wird.

Wissenschaftlich abgesicherte Informationen zur Bewegung bei Brustkrebs finden sich in der Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Brustkrebs, die von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe verfasst wurde.

 

150 Minuten moderates Training oder 75 Minuten anstrengendes Training  werden pro Woche empfohlen

In der Leitlinie wird Brustkrebspatientinnen empfohlen, pro Woche mindestens 150 Minuten moderat-anstrengendes Training oder 75 Minuten anstrengendes Training auszuüben. An mindestens 2 Tagen pro Woche sollte zudem Krafttraining auf dem Plan stehen. Das Krafttraining ist insbesondere dann geeignet, wenn die Patientinnen eine Chemo-, Strahlen- oder Hormontherapie erhalten. Für Patientinnen mit Lymphödemen ist Krafttraining ebenso von besonderer Bedeutung – sie sollten an einem betreuten Programm mit Krafttraining zur Behandlung der Lymphödeme teilnehmen.

Bewegungstherapie wird auch für Brustkrebspatientinnen mit Schmerzen und Symptomen, die die Muskeln und das Skelettsystem betreffen, empfohlen.

 

Besonders bei chemotherapiebedingten Nervenerkrankungen kann Bewegung einen wertvollen Beitrag leisten

Darüber hinaus ist die Bewegung ein wichtiger Therapiebestandteil bei Nervenerkrankungen, die durch die Chemotherapie bedingt sind. Die Bewegungstherapie kann hierbei verschiedene Elemente wie Balanceübungen, Koordinationstraining, Vibrationstraining, Feinmotoriktraining und sensomotorisches Training (mit Sensomotorik ist die Steuerung und Kontrolle von Bewegungen im Zusammenspiel mit Sinnesrückmeldungen gemeint) umfassen. Durch die verschiedenen Formen der Bewegungstherapie soll das Zusam­menspiel von Nerven, Muskeln und Gelenken verbessert werden.

 

Bessere Prognose dank Sport

Durch die körperliche Bewegung wird der Körper gestärkt und das Körpergewicht kann leichter im Normalbereich gehalten werden. Dies geht mit einer besseren Lebensqualität und weniger chronischer Erschöpfung einher. Studien zeigen darüber hinaus, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für Krankheiten von Herz und Gefäßen mindern und einen Überlebensvorteil ausüben könnte. Auch der World Cancer Research Fund (WCRF), einer globale Forschungseinrichtung, die die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Krebsrisiko analysiert, empfiehlt Brustkrebspatientinnen körperlich aktiv zu sein. Ihren Auswertungen zufolge könnten Patientinnen dadurch ihre Prognose verbessern.