Ernährung bei Brustkrebs

 

Es ist gut belegt, dass ein gesunder Lebensstil mit guter Ernährung, ausreichend Bewegung, Normalgewicht und Rauchverzicht das Krebsrisiko senken und die Krebstherapie unterstützen kann. Welche Ernährungsaspekte gerade bei Brustkrebs besonders wichtig sind, beleuchten wir im folgenden Text.

 

Fachkräfte empfehlen viel Obst und Gemüse sowie ein gesundes Körpergewicht

Die Leitlinie zu Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Brustkrebs, die von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe verfasst wurde, rät Patientinnen zu einem Ernährungsmuster mit viel Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Nahrungsmittel wie Fleisch und Fleischprodukte, die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, sollten dagegen sparsam verzehrt und Alkohol – wenn überhaupt – nur in sehr geringen Mengen getrunken werden. Eine gute Orientierung bieten die 10 Regeln und der Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Alternativ dazu wird in der Leitlinie die Mittelmeerkost empfohlen. Diese ist durch viel Obst und Gemüse, Nüsse, Pflanzenöle und Fisch gekennzeichnet.

Um die Prognose der Patientinnen zu verbessern, empfiehlt die Leitlinie auch ein gesundes Körpergewicht zu erreichen oder zu halten. Daher sollte der Verzehr von Lebensmitteln mit vielen Kalorien eingeschränkt und die körperliche Aktivität gesteigert werden.

 

Angaben zur Ernährung bei Brustkrebs vom World Cancer Research Fund

Weitere Angaben zur Ernährung bei Brustkrebs finden sich beim World Cancer Research Fund (WCRF), einer globalen Forschungseinrichtung, die die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Krebsrisiko analysiert. Die Auswertungen des WCRF ergaben, dass betroffene Brustkrebspatientinnen durch viel Ballaststoffe und Sojaprodukte in der Kost einen Überlebensvorteil haben könnten. Ballaststoffe finden sich vor allem in Vollkornprodukten, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. Sojaprodukte sind z. B. Tofu, Sojamilch oder Sojajoghurt.

Zum Schutz vor Brustkrebs könnten gemäß WCRF bestimmte Lebensmittel besonders hilfreich sein und zwar solche, die viele Carotinoide enthalten (z. B. Karotten, Feldsalat, Grünkohl, Aprikosen) und Gemüsesorten, die nicht stärkehaltig sind (z. B. Chinakohl, Brokkoli, Auberginen, Kohlrabi). Außerdem könnten Milchprodukte und weitere calciumhaltige Lebensmittel (z. B. Emmentaler, weiße Bohnen, Paranüsse) risikosenkend sein.

Zum Schutz vor Krebs allgemein empfiehlt der WCFR, möglichst auf zuckergesüßte Getränke und Fast-Food mit viel Fett und einfachen Kohlenhydraten zu verzichten sowie rotes und verarbeitetes Fleisch weitestgehend zu vermeiden. Stattdessen sollte die Nahrung reich an Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Bohnen sein.

 

Empfehlungen vom Deutschen Krebsforschungszentrum

Ergänzende Erkenntnisse liefert eine Publikation des Deutschen Krebsforschungszentrums von September 2018. Dort wird deutlich gemacht, dass das Risiko für Brustkrebs steigt, wenn wenig Ballaststoffe und viel Wurstwaren und rotes Fleisch verzehrt werden.

 

Tipps zum Umgang mit Lebensmitteln

Einige praktische Empfehlungen zum Umgang mit Lebensmitteln finden sich in der Leitlinie zur unterstützenden Behandlung bei Krebs (ebenfalls von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe verfasst). Um sich vor Infektionen über die Ernährung zu schützen, empfiehlt die Leitlinie den Krebspatienten, Lebensmittel sorgfältig auszuwählen und zuzubereiten. So sollten Patientinnen auf besonders keimbelastete Lebensmittel aus roher Milch oder rohen Eier verzichten. Im Haushalt sollte besonders auf Hygiene geachtet werden. Nach dem Zubereiten von rohem Fleisch, Geflügel oder rohem Fisch, sollten Messer und Schneidebretter anschließend gründlich gereinigt werden. Fleisch und Fisch sollten zudem immer gut gegart werden. Obst und Gemüse ist immer gründlich zu waschen; hierbei können kleine Bürsten helfen.